Geld- und Freiheitsstrafen können nur gegen strafmündige Menschen verhängt werden, nicht aber gegen das Unternehmen selbst. Das scheint unbefriedigend, wenn ein Unternehmen wirtschaftliche Vorteile aus der Straftat eines Mitarbeiters erlangt hat oder sonst die Ursache für die Straftat des Mitarbeiters in organisatorischen Mängeln in dem Unternehmen begründet ist. Bereits in den vergangenen Jahren bis jetzt sind die Strafverfolgungsbehörden – und zwar mit deutlicher Steigerung in den letzten Jahren – bemüht (gewesen), auf verschiedene Art und Weise gegen Unternehmen vorzugehen, wenn es zu Rechtsverstößen in dem Unternehmen und dort insbesondere durch seine Führungskräfte gekommen ist. Siemens, MAN und neuerdings mehrere Automobilhersteller wie VW, Audi und Porsche sind prominente Beispiele aus den letzten Jahren. Nunmehr plant auch das Justizministerium, ein Unternehmensanktionsrecht in einem eigenständigen Gesetz zu normieren, das neben das Strafgesetzbuch (StGB) und das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) treten soll.