Stehen Mitarbeiter eines Unternehmens im Verdacht, eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit begangen zu haben, gerät oftmals auch das Unternehmen in den Fokus der Ermittlungsbehörden. Es drohen Verbandsgeldbußen und Vermögensabschöpfung. Eine gute Unternehmensverteidigung zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur den Tatvorwürfen engagiert entgegentritt, sondern auch die Interessen des Unternehmens jenseits des Ermittlungsverfahrens in den Blick nimmt.

Durch die geplante grundlegende Neuregelung des Unternehmenssanktionsrechts gewinnt die Unternehmensverteidigung erheblich an Bedeutung. Das neue Recht soll insbesondere eine Pflicht der Verfolgungsbehörde vorsehen, in Verdachtsfällen Ermittlungsverfahren gegen Unternehmen einzuleiten. Auch ist zu erwarten, dass mit der Reform eine erhebliche Ausweitung der Sanktionsmöglichkeiten verbunden ist. Einzelheiten zum Stand des Gesetzgebungsverfahrens und den geplanten Regelungen haben wir in einem FAQ zusammengefasst, das regelmäßig aktualisiert wird.

Werden Unternehmen Opfer einer Straftat, ist oft mehr gefragt als die Erstattung einer Strafanzeige. Im Strafprozess steht dem Verletzten eine Vielzahl eigener Verfahrensrechte zu, wie etwa die Durchsetzung entstandener Schadensersatzansprüche im Strafverfahren oder die Schadenswiedergutmachung aus beschlagnahmten Vermögenswerten.