Vertrauensanwälte Schwan-STABILO
Dr. Rainer Frank und Dr. Leonie Lo Re sind Vertrauensanwälte für die Unternehmen der Schwan-STABILO Unternehmensgruppe

Schwanhäußer Industrie Holding GmbH & Co. KG und die Unternehmen der Schwan-STABILO Unternehmensgruppe treten jeder Form von Korruption, sonstigen Erscheinungsformen der Wirtschaftskriminalität und jeglicher Form von Gesetzesverstößen entschieden entgegen. Die Bestellung der externen Vertrauensanwälte ist Bestandteil des Compliance Management Systems der Unternehmensgruppe und gilt für
- Schwanhäußer Industrie Holding GmbH & Co. KG
- Schwan-STABILO Business-Partner GmbH & Co. KG
- Schwan-STABILO Schwanhäußer GmbH & Co. KG
- STABLO International GmbH
- Schwan-STABILO Promotion Products GmbH & Co. KG
- Schwan-STABILO Cosmetics GmbH & Co. KG
- Schwan Cosmetics Germany GmbH & Co. KG
- Schwan Cosmetics International GmbH
- Schwan Cosmetics Kunststofftechnik GmbH & Co. KG
- Schwan Cosmetics Produktionstechnik GmbH & Co. KG
- Deuter Sport GmbH
- ORTOVOX Sportartikel GmbH
- Maier Sports GmbH
- Schwan-STABILO Outdoor GmbH
Aufgaben der Vertrauensanwälte
Die Vertrauensanwälte sind für die Beschäftigten der Unternehmen der Schwan-STABILO Unternehmensgruppe und für Geschäftspartner bestellt, wenn diese auf vertraulichem Wege Hinweise auf Verstöße gegen bindende Rechtsvorschriften, die Verhaltensgrundsätze der Unternehmen, insbesondere Hinweise auf Korruption, andere wirtschaftskriminelle Handlungen oder auf andere schwerwiegende Rechtsverletzungen geben können.
Das gilt auch für Hinweise auf persönliche Rechtsverletzungen im beruflichen Umfeld.
Wer in gutem Glauben einen Hinweis auf eine Verdachtslage gibt, wird deshalb keine Benachteiligung erfahren.
Der Aufgabenkreis der Vertrauensanwälte ist beschränkt auf die Entgegennahme von Hinweisen auf Straftaten, Ordnungswidrigkeiten und sonstige Rechts- oder Regelverletzungen von Gewicht. Die Vertrauensanwälte sind jedoch keine allgemeine Beschwerdestelle für Beschäftigte oder Geschäftspartner.
Die Vertrauensanwälte sind ist auch beauftragt und befugt, Beschäftigten der Unternehmen der Schwan-STABILO Unternehmensgruppe Auskünfte über die Compliance betreffenden Fragen zu erteilen, wenn das unter Wahrung der besonderen Vertraulichkeit geschehen soll.
Einzelheiten
Für Personen, die Kontakt zu Rechtsanwalt Dr. Frank oder Rechtsanwältin Dr. Lo Re als Vertrauensanwälte aufnehmen möchten, sind eine besondere Mailadresse eingerichtet und eine gesonderte Telefonnummer geschaltet. Außerhalb der Geschäftszeiten des Anwaltsbüros wird ein Anrufbeantworter Nachrichten aufnehmen. Die Vertrauensanwälte werden sich dann unverzüglich melden.
Hinweise können jederzeit auch über das FS-PP BKMS® System übermittelt werden.
Siehe dazu die Hinweise weiter unten.
Nur wenn eine Hinweisperson es ausdrücklich gestattet, werden die Informationen weitergeben, und zwar grundsätzlich an den Bereich Group Governance der Schwanhäußer Industrie Holding GmbH & Co. KG. Wenn eine Hinweisperson es wünscht, wird ihr Name nicht genannt, sondern der Vorgang anonymisiert berichtet werden.
Hinweispersonen erhalten zu gegebener Zeit ein Feedback, wie ihre Eingabe bewertet und was darauf veranlasst wurde.
Die Kontaktaufnahme zu den Vertrauensanwälten ist für eine noch unentschlossene Hinweisperson risikolos. Sie/er kann sich auch danach noch entscheiden, dass die Vertrauensanwälte Stillschweigen bewahren sollen.
Die Vertrauensanwälte sind Beauftragte der Schwanhäußer Industrie Holding GmbH & Co. KG und dürfen deshalb niemals einer Hinweisperson einen Rechtsrat erteilen, der den Interessen dieses oder eines anderen Unternehmens der Schwan-STABILO Unternehmensgruppe zuwiderläuft. Sie sind aber beauftragt, Hinweispersonen das auf ihre Informationen einzuleitende unternehmensinterne Verfahren zu erläutern.
Besonders geschützte Kontaktaufnahme über das FS-PP BKMS® System
Hinweispersonen haben auch die Möglichkeit, über das FS-PP BKMS® System Kontakt zur Ombudsperson aufzunehmen. Das BKMS® System ist ein bei vielen großen Unternehmen und Organisationen und auch Polizeibehörden erprobtes und eingesetztes internetbasiertes Meldesystem, das in bestmöglicher Weise gesichert ist und die Rückverfolgbarkeit von Meldungen ausschließt. Das FS-PP BKMS® System gewährleistet höchste Sicherheit für Hinweispersonen.
Hier finden Sie eine Darstellung des Grundprinzips und der Funktionsweise des BKMS® System.
Das FS-PP BKMS® System gibt Hinweispersonen die Möglichkeit, sich einen geschützten Postkasten einzurichten, über den mit der Ombudsperson sicher kommuniziert werden kann, ohne dass die Hinweisperson ihre Identität preisgeben muss. Meldungen im FS-PP BKMS® System sind nicht rückverfolgbar.
Link zum FS-PP BKMS® System für besonders gesicherte Meldungen
Kontakt
Dr. Rainer Frank
Dr. Loenie Lo Re
030 318685-928
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bitte informieren Sie sich auch über unsere Datenschutzhinweise zum FS-PP Hinweisgebersystem.
Fragen & Antworten
Korruption - Was ist das?
Transparency International definiert Korruption als Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil. Anders formuliert: Korruption ist (jedes Hinwirken auf) die Ausnutzung anvertrauter Macht, um sich oder einem Dritten in unredlicher Weise einen Vorteil zu verschaffen.
Korruption ist eine Ableitung des lateinischen Verbs corrumpere: bestechen, moralisch verderben, verführen, verfälschen. Wir verwenden das Verb (einen anderen) korrumpieren und das Substantiv Korruption.
Typische Korruptionsdelikte sind die Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr, wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen, die Vorteilsgewährung an Amtsträger und ihre Bestechung, die Vorteilsannahme und Bestechlichkeit von Amtsträgern.
Die Medien berichten beinahe täglich über Fälle von Korruption. Durch Korruption werden Jahr für Jahr volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Dabei sind sich alle Experten einig, dass gerade bei Korruptionsdelikten die Dunkelziffer besonders hoch ist.
Korruption erscheint selten als isoliertes Ereignis, das auf spontaner Entscheidung beruht. Regelmäßig entstehen Fälle von Korruption auf gewachsenem Boden mehrjährigen Geschäftskontaktes.
In den meisten Korruptionsfällen gibt es keinen so offenkundig und unmittelbar Geschädigten wie bei anderen Straftaten. Denn Korruption ist von vornherein auf heimliche Absprachen aufgebaut. Der Schaden muss erst entdeckt werden. Auch das erschwert die Bekämpfung von Korruption.
Korruption wird häufig durch Hinweispersonen aufgedeckt. Hinweispersonen (Whistleblower) können Mitarbeiter / Kollegen oder Wettbewerber sein, die korruptes Verhalten wahrnehmen und dagegen vorgehen wollen. Für die, die das auf vertraulichem Wege tun möchten, ist die Ombudsstelle eingerichtet worden.
Korruption - welche Strafvorschriften gibt es?
Im Strafgesetzbuch und in anderen Gesetzen sind die folgenden Straftatbestände geregelt, die entweder direkt Korruptionshandlungen beschreiben und unter Strafe stellen oder aber - wie etwa die Untreue - regelmäßig mit unmittelbaren Korruptionshandlungen einhergehen:
aus dem 26. Abschnitt des StGB: Straftaten gegen den Wettbewerb
§ 298 StGB: Wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen
(1) Wer bei einer Ausschreibung über Waren oder gewerbliche Leistungen ein Angebot abgibt, das auf einer rechtswidrigen Absprache beruht, die darauf abzielt, den Veranstalter zur Annahme eines bestimmten Angebots zu veranlassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Ausschreibung im Sinne des Absatzes 1 steht die freihändige Vergabe eines Auftrages nach vorausgegangenem Teilnahmewettbewerb gleich.
(3) Nach Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 2, wird nicht bestraft, wer freiwillig verhindert, dass der Veranstalter das Angebot annimmt oder dieser seine Leistung erbringt. Wird ohne Zutun des Täters das Angebot nicht angenommen oder die Leistung des Veranstalters nicht erbracht, so wird er straflos, wenn er sich freiwillig und ernsthaft bemüht, die Annahme des Angebots oder das Erbringen der Leistung zu verhindern.
§ 299 StGB: Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr
(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer im geschäftlichen Verkehr als Angestellter oder Beauftragter eines Unternehmens
1. einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er bei dem Bezug von Waren oder Dienstleistungen einen anderen im inländischen oder ausländischen Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge, oder
2. ohne Einwilligung des Unternehmens einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er bei dem Bezug von Waren oder Dienstleistungen eine Handlung vornehme oder unterlasse und dadurch seine Pflichten gegenüber dem Unternehmen verletze.
(2) Ebenso wird bestraft, wer im geschäftlichen Verkehr einem Angestellten oder Beauftragten eines Unternehmens
1. einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, dass er bei dem Bezug von Waren oder Dienstleistungen ihn oder einen anderen im inländischen oder ausländischen Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge, oder
2. ohne Einwilligung des Unternehmens einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, dass er bei dem Bezug von Waren oder Dienstleistungen eine Handlung vornehme oder unterlasse und dadurch seine Pflichten gegenüber dem Unternehmen verletze.
§ 299 a StGB: Bestechlichkeit im Gesundheitswesen
Wer als Angehöriger eines Heilberufs, der für die Berufsausübung oder die Führung der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung erfordert, im Zusammenhang mit der Ausübung seines Berufs einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er
1. bei der Verordnung von Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln oder von Medizinprodukten,
2. bei dem Bezug von Arznei- oder Hilfsmitteln oder von Medizinprodukten, die jeweils zur unmittelbaren Anwendung durch den Heilberufsangehörigen oder einen seiner Berufshelfer bestimmt sind, oder
3. bei der Zuführung von Patienten oder Untersuchungsmaterial
einen anderen im inländischen oder ausländischen Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
§ 299 b StGB: Bestechung im Gesundheitswesen
Wer einem Angehörigen eines Heilberufs im Sinne des § 299a im Zusammenhang mit dessen Berufsausübung einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, dass er
1. bei der Verordnung von Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln oder von Medizinprodukten,
2. bei dem Bezug von Arznei- oder Hilfsmitteln oder von Medizinprodukten, die jeweils zur unmittelbaren Anwendung durch den Heilberufsangehörigen oder einen seiner Berufshelfer bestimmt sind, oder
3. bei der Zuführung von Patienten oder Untersuchungsmaterial
ihn oder einen anderen im inländischen oder ausländischen Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
aus dem 30. Abschnitt des StGB: Straftaten im Amt
§ 331 StGB: Vorteilsnahme
(1) Ein Amtsträger, ein Europäischer Amtsträger oder ein für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter, der für die Dienstausübung einen Vorteil für sich oder einen Dritten fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ein Richter, Mitglied eines Gerichts der Europäischen Union oder Schiedsrichter, der einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, daß er eine richterliche Handlung vorgenommen hat oder künftig vornehme, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.
(3) Die Tat ist nicht nach Absatz 1 strafbar, wenn der Täter einen nicht von ihm geforderten Vorteil sich versprechen läßt oder annimmt und die zuständige Behörde im Rahmen ihrer Befugnisse entweder die Annahme vorher genehmigt hat oder der Täter unverzüglich bei ihr Anzeige erstattet und sie die Annahme genehmigt
§ 332 StGB: Bestechlichkeit
(1) Ein Amtsträger, ein Europäischer Amtsträger oder ein für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter, der einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, daß er eine Diensthandlung vorgenommen hat oder künftig vornehme und dadurch seine Dienstpflichten verletzt hat oder verletzen würde, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Der Versuch ist strafbar.
(2) Ein Richter, Mitglied eines Gerichts der Europäischen Union oder Schiedsrichter, der einen Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, daß er eine richterliche Handlung vorgenommen hat oder künftig vornehme und dadurch seine richterlichen Pflichten verletzt hat oder verletzen würde, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
(3) Falls der Täter den Vorteil als Gegenleistung für eine künftige Handlung fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, so sind die Absätze 1 und 2 schon dann anzuwenden, wenn er sich dem anderen gegenüber bereit gezeigt hat,
1. bei der Handlung seine Pflichten zu verletzen oder,
2. soweit die Handlung in seinem Ermessen steht, sich bei Ausübung des Ermessens durch den Vorteil beeinflussen zu lassen.
§ 333 StGB: Vorteilsgewährung
(1) Wer einem Amtsträger, einem Europäischen Amtsträger, einem für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einem Soldaten der Bundeswehr für die Dienstausübung einen Vorteil für diesen oder einen Dritten anbietet, verspricht oder gewährt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Wer einem Richter, Mitglied eines Gerichts der Europäischen Union oder Schiedsrichter einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, daß er eine richterliche Handlung vorgenommen hat oder künftig vornehme, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(3) Die Tat ist nicht nach Absatz 1 strafbar, wenn die zuständige Behörde im Rahmen ihrer Befugnisse entweder die Annahme des Vorteils durch den Empfänger vorher genehmigt hat oder sie auf unverzügliche Anzeige des Empfängers genehmigt.
§ 334 StGB: Bestechung
(1) Wer einem Amtsträger, einem Europäischen Amtsträger, einem für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einem Soldaten der Bundeswehr einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, daß er eine Diensthandlung vorgenommen hat oder künftig vornehme und dadurch seine Dienstpflichten verletzt hat oder verletzen würde, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe.
(2) Wer einem Richter, Mitglied eines Gerichts der Europäischen Union oder Schiedsrichter einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, daß er eine richterliche Handlung
1. vorgenommen und dadurch seine richterlichen Pflichten verletzt hat oder
2. künftig vornehme und dadurch seine richterlichen Pflichten verletzen würde,
wird in den Fällen der Nummer 1 mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in den Fällen der Nummer 2 mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar.
(3) Falls der Täter den Vorteil als Gegenleistung für eine künftige Handlung anbietet, verspricht oder gewährt, so sind die Absätze 1 und 2 schon dann anzuwenden, wenn er den anderen zu bestimmen versucht, daß dieser
1. bei der Handlung seine Pflichten verletzt oder,
2. soweit die Handlung in seinem Ermessen steht, sich bei der Ausübung des Ermessens durch den Vorteil beeinflussen läßt.
aus dem 4. Abschnitt des StGB:
§ 108 e StGB: Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern
(1) Wer als Mitglied einer Volksvertretung des Bundes oder der Länder einen ungerechtfertigten Vorteil für sich oder einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er bei der Wahrnehmung seines Mandates eine Handlung im Auftrag oder auf Weisung vornehme oder unterlasse, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer einem Mitglied einer Volksvertretung des Bundes oder der Länder einen ungerechtfertigten Vorteil für dieses Mitglied oder einen Dritten als Gegenleistung dafür anbietet, verspricht oder gewährt, dass es bei der Wahrnehmung seines Mandates eine Handlung im Auftrag oder auf Weisung vornehme oder unterlasse.
(3) Den in den Absätzen 1 und 2 genannten Mitgliedern gleich stehen Mitglieder
1. einer Volksvertretung einer kommunalen Gebietskörperschaft,
2. eines in unmittelbarer und allgemeiner Wahl gewählten Gremiums einer für ein Teilgebiet eines Landes oder einer kommunalen Gebietskörperschaft gebildeten Verwaltungseinheit,
3. der Bundesversammlung,
4. des Europäischen Parlaments,
5. einer parlamentarischen Versammlung einer internationalen Organisation und
6. eines Gesetzgebungsorgans eines ausländischen Staates.
(4) Ein ungerechtfertigter Vorteil liegt insbesondere nicht vor, wenn die Annahme des Vorteils im Einklang mit den für die Rechtsstellung des Mitglieds maßgeblichen Vorschriften steht. Keinen ungerechtfertigten Vorteil stellen dar
1. ein politisches Mandat oder eine politische Funktion sowie
2. eine nach dem Parteiengesetz oder entsprechenden Gesetzen zulässige Spende.
(5) Neben einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten kann das Gericht die Fähigkeit, Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen, und das Recht, in öffentlichen Angelegenheiten zu wählen oder zu stimmen, aberkennen
aus dem 22. Abschnitt des StGB: Betrug und Untreue
§ 266 StGB: Untreue
(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, missbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) § 243 Abs. 2 und die §§ 247, 248a und 263 Abs. 3 gelten entsprechend.
aus dem Ordnungswidrigkeitengesetz:
§ 130 OWiG: Verletzung der Aufsichtspflicht in Betrieben und Unternehmen
(1) Wer als Inhaber eines Betriebes oder Unternehmens vorsätzlich oder fahrlässig die Aufsichtsmaßnahmen unterlässt, die erforderlich sind, um in dem Betrieb oder Unternehmen Zuwiderhandlungen gegen Pflichten zu verhindern, die den Inhaber als solchen treffen und deren Verletzung mit Strafe oder Geldbuße bedroht ist, handelt ordnungswidrig, wenn eine solche Zuwiderhandlung begangen wird, die durch gehörige Aufsicht verhindert oder wesentlich erschwert worden wäre. Zu den erforderlichen Aufsichtsmaßnahmen gehören auch die Bestellung, sorgfältige Auswahl und Überwachung von Aufsichtspersonen.
(2) Betrieb oder Unternehmen im Sinne des Absatzes 1 ist auch das öffentliche Unternehmen.
(3) Die Ordnungswidrigkeit kann, wenn die Pflichtverletzung mit Strafe bedroht ist, mit einer Geldbuße bis zu einer Million Euro geahndet werden. Ist die Pflichtverletzung mit Geldbuße bedroht, so bestimmt sich das Höchstmaß der Geldbuße wegen der Aufsichtspflichtverletzung nach dem für die Pflichtverletzung angedrohten Höchstmaß der Geldbuße. Satz 2 gilt auch im Falle einer Pflichtverletzung, die gleichzeitig mit Strafe und Geldbuße bedroht ist, wenn das für die Pflichtverletzung angedrohte Höchstmaß der Geldbuße das Höchstmaß nach Satz 1 übersteigt.
Was ist ein Ombudsmann oder Vertrauensanwalt?
Die Bestellung eines externen anwaltlichen Ombudsmanns oder Vertrauensanwalts (beide Begriffe werden mit gleicher Bedeutung gebraucht) hat sich in der Wirtschaft und in der öffentlichen Verwaltung als ein Mittel zur Korruptionsaufdeckung und Korruptionsprävention bewährt.
Der Ombudsmann ist ein unabhängiger Rechtsanwalt. Kern seiner Beauftragung durch das Unternehmen ist die Verpflichtung auf die anwaltliche Schweigepflicht, verbunden mit einem unwiderruflichen Verzicht des Auftraggebers auf den Auskunftsanspruch aus dem Mandatsverhältnis, soweit dies zum Schutz der Identität einer Hinweisperson erforderlich ist.
Nur dann, wenn die Hinweisperson dem Ombudsmann ausdrücklich gestattet, das Unternehmen zu unterrichten, gibt der Ombudsmann die erlangten Informationen weiter. Das geschieht ausschließlich an die vom Auftraggeber definierte Person oder Stelle. Die Hinweisperson kann verlangen, dass das anonym, also ohne Nennung ihrer Person geschieht.
Die Hinweisperson kann sogar dem Ombudsmann einen Sachverhalt vortragen und dann entscheiden, dass niemand Kenntnis davon erlangen darf.
Der Ombudsmann ist Beauftragter des Unternehmens, kann deshalb nicht die anwaltliche Vertretung einer Hinweisperson übernehmen. Der externe anwaltliche Ombudsmann soll ein Mittel der Informationsgewinnung für das Unternehmen sein. Seine Rechtsstellung ist so ausgestaltet, dass Hinweisgeber/innen sich ohne die Sorge an ihn wenden können, irgendjemand im Kollegen- oder Geschäftskreis werde davon erfahren.