Geld- und Freiheitsstrafen können nur gegen strafmündige Menschen verhängt werden, nicht aber gegen das Unternehmen selbst. Das scheint unbefriedigend, wenn ein Unternehmen wirtschaftliche Vorteile aus der Straftat eines Mitarbeiters erlangt hat oder sonst die Ursache für die Straftat des Mitarbeiters in organisatorischen Mängeln im Unternehmen begründet ist. Obwohl das deutsche Strafrecht kein Unternehmensstrafrecht kennt, sind die Strafverfolgungsbehörden – und zwar mit deutlicher Steigerung in den letzten Jahren -  bemüht, einen ganzen Fächer von Sanktionen gegen Unternehmen anzuwenden, wenn es zu Rechtsverstößen im Unternehmen und dort insbesondere durch seine Führungskräfte gekommen ist. Siemens und MAN sind prominente Beispiele aus den letzten Jahren. Die aktuelle Diskussion über die Einführung eines echten Unternehmensstrafrechts gehört dazu.